Alchemie

Vorbemerkung

Die Alchemie hat keinen besonders guten Ruf. Seit dem Siegeszug der materialistischen, rein rational ausgerichteten Naturwissenschaften wird sie im Dunstkreis von Hexerei und Aberglauben im finsteren Mittelalter angesiedelt, die der aufgeklärte Mensch der Postmoderne überwunden zu haben glaubt. Tatsächlich aber handelt es sich um eine jahrtausendealte, universalwissenschaftliche Tradition, deren verborgene Reichtümer gerade für den Menschen der Gegenwart von unermesslichem Wert ist. Als Universalwissenschaft ist das Wissen um die Natur der Materie und ihrer Wandlung in ihr beheimatet. Sie erklärt die Entstehung von allem, was ist und wie sich alles wandelt und wandeln lässt. Die Alchemie hat praktische und umfassende Kenntnisse über die ganzheitliche Natur und Heilkraft von Mineralien, Pflanzen, Metallen, ihrer Bearbeitung und Anwendung hervorgebracht. Hermetik (Geheimlehre) und Gnosis (Erkenntnis) waren ursprünglich in ihr vereint, was sich auch darin zeigt, dass sie auf hermetischen Grundprinzipien fußt, ohne unmittelbare Kenntnis (Gnosis) aber nicht anwendbar ist und zur mechanistischen Chemie verkommt. Die gegenwärtigen Naturwissenschaften sind geistlose Abziehbilder einer formalistischen Disziplin, die nichts mehr mit WISSEN zu tun hat, sondern sich auf das Betrachten reduziert ohne auch nur ansatzweise zu verstehen, was zu sehen ist.

Vitriol

Als Vitriol (von lat. vitrum = „Glas“) wurden früher verschiedene kristallwasserhaltige Sulfate (Salze der Schwefelsäure) zweiwertiger Metalle bezeichnet. Bekannte Beispiele sind Zinksulfat, weißer Vitriol, Mineral Goslarit, Eisen(II)-sulfat, grüner Vitriol, Mineral Melanterit und Kupfersulfat, blauer Vitriol, Mineral Chalkanthit.

Grüner Vitrol war auch eine verschlüsselte Bezeichnung mancher Alchemisten für die prima materia, den geheimnisvollen Ausgangsstoff zur Bereitung des Stein der Weisen. Es handelt sich dabei nicht um gewöhnliches Eisen(II)sulfat, vielmehr ist das Wort Vitriol(um) hier von folgendem, in den Schriften des legendären Basilius Valentinus angeführten Worten besteht:

Visita interiora terrae, rectificando invenies occultum lapidem

Stein der Weisen

Das Kernelement der Alchemie ist der Stein der Weisen (Lapis philosophorum). Er bezeichnet die Vorstellung von einem „Stein“, der aus einer Substanz bestehen soll, die unedle Metalle in edle Metalle und vor allem in Gold und Silber verwandeln könne. Wer sich allerdings genauer mit dem Wesen der Alchemie beschäftigt, wird früher oder später feststellen, dass es zwei Aspekte der Alchemie gibt: Die innere und die äußere Alchemie. Bei der äußeren Alchemie ging es um die Herstellung des materiellen Edelmetalls, und bei der inneren Alchemie geht es um das "geistige Gold". Die Erzählungen der Alchemie in der Gegenwart reduzieren sich auf die Legende vom "Goldmachen", um die Alchemie insgesamt zu diskreditieren und die Auseinandersetzung mit ihren philosophischen Inhalten zu untergraben. denn die Alchemie ist eben die ursprünglich freie, nicht korrumpierte, ganzheitliche Wissenschaft, die nicht nur Kenntnisse über natürliche Prozesse und göttliche Prinzipien vermittelt, sondern darüber hinaus eine tiefe spirituelle Erfahrung erlaubt, die zu einer „Vervollkommnung“ im Menschen selbst führt. Der Stein der Weisen ist nämlich nichts anderes, als der göttliche Wesenskern des Menschen, der durch Wandlungsprozesse freigelegt werden soll. Dieser Prozess ist die allegorische Beschreibung für den Weg nach innen, denn nur dort kann der Mensch das finden, was er für sein Leben benötigt. Wer sich und seine Motive verstehen will, kommt nicht umhin, sich mit seiner Geschichte auseinanderzusetzen und diese aufzudecken. Da alles Sichtbare und alles SEIN aus der selben Quelle stammt, steht es mit dem Unsichtbaren im Zusammenhang, denn auf eben dem beruht das Sichtbare. Es ist das Fundament und verweist gleichsam auf die Quelle. Auf diese Quelle weist Johann Wolfgang von Goethe im Schlusschor des FAUST in Form einer Welterkenntnis hin:

Alles Sichtbare ist nur ein Gleichnis.

Wandlungsprozesse

Die Alchemie ist nicht bloß einfach der altertümliche, primitive Vorgänger unserer heutigen Chemie oder eine Art Pseudochemie, sondern eine philosophisch getragene Weltanschauung. Weltanschauung im Wortsinn ist letztlich Metaphysik, weil sie sich nicht auf die reine Untersuchung der gegenständlichen Welt und dessen Analyse beschränkt, sondern auf das vernetzte Gefüge, in dem es sich manifestiert und wirkt. Aller Ausdruck in der Welt ist letztlich nichts Anderes als organisierte und sublimierte Energie und von Energie wissen wir, dass sich diese weder herstellen noch zerstören lässt. Das gilt übrigens auch im Hinblick auf Begriffe wie „Erneuerbare Energie“, die von einer Reihe von weniger klugen Menschen benannt wird. Das ist schlicht Blödsinn. Energie lässt sich nicht erneuern, sondern nur verwandeln.

Zu den Wandlungsprinzipien in der Alchemie gehört eine Reihe von Prozessen.

Kalzination
Die Kalzination ist ein Vorgang der direkten Verbrennung, bei der die Materie zur Asche verzehrt und dann weiter bis zur Weißung „geläutert“ wird. Die Asche enthält den nicht brennbaren Rückstand in Form von Mineralien bzw. Salzen. Diese haben räumlich-kristalline Struktur und können als Richtungsgeber (Vektoren) verstanden werden, auf die sich spezifische Prozesse energetisch ausrichten. Darauf beruhen übrigens die Biochemie-Mittel nach Schüssler.

Sublimation
Hier wird das Feine vom Groben getrennt. Aus der kalzinierten Entität erhebt sich die materia mater (Muttermaterie), welche den Grundstoff für das große Werk darstellt, egal ob im Labor oder als Seelenvibration.

Lösung
Auf Laborebene wird ein fester Stoff in einer Flüssigkeit aufgelöst. Für den inneren Seelenweg bedeutet dies eine vollständige Selbstübergabe zu Gunsten eines höheren Prinzips im Herzen.

Zusammenballung
Hierbei handelt es sich um den Prozess der Neuschöpfung. Die Verdampfung des Lösemittels bewirkt eine neue Weise der ursprünglichen Formgestalt (Formresonanz, morphische Resonanz und Bildekräfte). Durch die wiederholten Kreisläufe der Koagulation werden völlig neue Informationen aus einer anderen Ebene (morphische Felder, Akasha, Geistfeld, usw.) in die Lösung und den Rückstand integriert, wobei NEUE Materie entsteht. In der inneren Alchemie entsteht damit ein neues Geschöpf aus der geistigen Uridee mit Hilfe der erneuerten Seele.

Vereinigung
Diese bedeutet die Zusammenführung der vorangegangenen Prozesse, um ein Entstehen in dieser Dreidimensionalität zu erreichen, womit die Vereinigung der polaren Prinzipien dieser Natur gemeint ist. Symbolisch gesprochen handelt es sich um die Vereinigung von König und Königin oder Seele und Geist, die Alchymische Hochzeit.

Das große Schisma

Zu Zeiten Paracelsus wurden nicht nur große Begehrlichkeiten bezüglich Gold geweckt, sondern darüber hinaus wurde die Gefahr erkannt, das etablierte System in Frage zu stellen. Das von Fürsten und Klerus unterhaltene Wirtschaftssystem hatte aus nachvollziehbaren Gründen kein Interesse an Menschen, die selbst dachten und Fragen stellten. Es gibt das Bonmot vom Bischof und dem Fürsten, in dem der Fürst zum Bischof sagte: „Halte du sie dumm, ich mache sie arm.“ (Die Parallelen zur Gegenwart drängen sich geradezu auf). Die geistige Entwicklung ging voran und hielt auch in die Universtäten Einzug, in denen die Philosophie die Basis für alle Studenten darstellte. Erst nach Bestehen des „Philosophicums“ durften die Studenten sich entscheiden, ob diese Medizin, Jurisprudenz oder Theologie studieren wollten. Das änderte sich dann bald, in dem die Universität gespalten wurde. In diesem Zusammenhang kam es zur Zerstörung der Alchemie als universelles Lehrgerüst und zur Etablierung zweier grundsätzlicher Bereiche in den Universitäten: Geisteswissenschaften und Naturwissenschaften. Um den medizinischen Teil der Alchemie zu retten wählte Paracelsus den Begriff Spagyrik für diesen Bereich, während 50 Jahre später Glauber den Grundstein für die Chemie als Naturwissenschaft legte.

Die Nachwirkungen dieses Schisma wirken auch noch 400 Jahre danach, denn die Universitäten vermitteln derzeit kein ganzheitliches Bild der Welt, seiner Beschaffenheit und seiner Wechselwirklichkeit, sondern dienen der Maxime "Teile und Herrsche".

ResonanzMittel

Das Wissen der Alchemie ist zu wertvoll, um es zu ignorieren.
Ich durfte über 20 Jahre diese Kunst in der Apotheke einsetzen und im Rahmen der Rezeptur Einzelmittel herstellen.

Das geht leider nicht mehr, da die Regelwut jede Schöpferkraft und Kreativität tötet. Das ist aber so gewollt.
Stattdessen haben meine Rezepturen den Ort gewechselt. Ich habe für die Alchemie ein neues Zuhause geschaffen.

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