Apotheke im Umbruch

Nach über 30 Jahren Berufsleben als Apotheker ist es an der Zeit, Bilanz zu ziehen. Es waren bewegte Jahre, die ich erleben durfte; von Höhen und Tiefen durchzogen. Sie begannen nach dem Studium mit unbändigen Ideen im Kopf, die in der Praxis umgesetzt werden wollten und mündeten in einem Korsett, das es mir immer schwerer machte, einen Ethos zu leben, in dem der Mensch im Zentrum des Wirkens steht. Denn der Apotheker der Gegenwart hat sich zum Erfüllungsgehilfen kranker Kassen degradieren lassen. Er folgt darüber hinaus politischen Entscheidungsträgern, deren Augenmerk nicht auf dem Wohl der Menschen liegt.

In den letzten 2 Jahren hat dieses System eine Entmenschlichung bewirkt, vor der ein empathisches Wesen nur noch schaudern kann. All das, was zum Menschsein gehört, (Nähe, Berührung, Kontakt), wird verteufelt, als gefährlich etikettiert und gegen Maßnahmen ersetzt, die bei jedem Menschen mit Restverstand Stirnrunzeln verursacht. Die vielfältigen Schäden, insbesondere bei Kindern und alten Menschen, die von Nähe und Kontakt leben, werden uns noch lange begleiten. Jeder wird sich fragen müssen, warum er das zugelassen hat. Wie konnte es soweit kommen, das Isolierung, Ausgrenzung, Erpressung und Nötigung als „Neue Normalität“ akzeptiert wurde? Kann es sein, dass wir uns ALLE in einer Umbruchphase befinden, in der wohl vieles verschwinden wird, von dem wir glaubten, es sei wahr und verlässlich?

Viele Menschen spüren, das etwas im Argen liegt, können es aber nicht benennen. Es beginnt mit einem merkwürdigen Gefühl, das etwas grundsätzlich nicht mehr stimmt. Und dennoch ziehen es viele Menschen vor, ihrem Instinkt und ihrer Intuition zu misstrauen. Stattdessen dulden sie Zumutungen auf vielen Ebenen, in der Hoffnung, auf diese Weise Unannehmlichkeiten vermeiden zu können. Wir werden sehen, ob diese Rechnung aufgehen wird. Ich beobachte seit vielen Jahren, dass die Pharmazie den Apotheker in seinem Wesen als freien Heilberufler bewusst entkernt hat. Es wurde ein kommerziell ausgerichteter Kaufmann etabliert. In seinem Geschäft dreht es sich fast nur noch um Zahlen, sei es in Form von Geld oder Vorgaben, die er zu erfüllen hat. In der Apothekenwelt finden sich daher auch nur noch wenige Oasen, in denen sich Kollegen einer lebendigen Heilkunst widmen, die ihrem Berufsethos entspricht.

Viele Kollegen haben aufgehört, ihrem Herzen zu folgen, weil es schlichtweg nicht mehr zugelassen wird. Die Pharmazeutische Zeitung ist zu einem Sprachrohr einer seelenlosen Wissenschaft geworden. Freie und kritische Geister kommen dort nicht mehr zu Wort. Sie verschwinden allmählich von der Bildfläche. Stattdessen dominieren Leitlinien und das vermeintliche Qualitätsmanagement die Lebenswirklicheit, um die Begegnung mit Menschen zu normieren. Der Fokus liegt im Leid und nicht mehr auf dem leidenden Menschen, über den etwas Bestimmtes zum Ausdruck kommt. Diese Zusammenhänge sollen nicht mehr gesehen werden.

Aus diesen und anderen Gründen habe ich mich dazu entschieden, die Abtei-Apotheke Ende des Jahres 2022 zu schließen und meine Energie einer Arbeit zu widmen, die ich mit meinem Selbstverständnis vertreten kann, nämlich dem lebendigen Menschen zu begegnen und wahrzunehmen. Ich werde die bisherigen Räume mit neuem Inhalt füllen und weiterhin im Gesundheitswesen aktiv bleiben. Allerdings nicht mehr als Apotheker. Ich werde meiner Berufung als philosophisch getragener Alchemist weiter folgen und begleite Menschen mit selbst entwickelten ResonanzMitteln, die Ihnen helfen, die Hintergründe Ihrer Störungen am Grunde zu klären und nicht nur zu verwalten. Wenn Sie neugierig auf das sind, was dann ab Januar in Ihrer alten Abtei-Apotheke passieren wird, laden wir Sie ein, uns dann zu besuchen. Wer nicht solange warten möchte, kann sich vorab ein Bild von dem machen, was wir schon seit 30 Jahren parallel zur Apotheke praktizieren. Sie finden uns im Internet.

Wenn Sie den Schriftzug der Resonalogic in leuchtenden Farben bemerken, treten Sie ein und besuchen Sie uns. Sie werden feststellen, das ihnen bekannte Gesichter begegnen werden, denn einige PTA werden mich auch weiterhin in meinem Wirken begleiten und Sie, wenn Sie denn mögen, in Ihrem persönlichen Anliegen unterstützen.

Mit herzlichen Grüßen von Mensch zu Mensch

Carsten Pötter

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